Kontaktlinsen bei Irisdefekten

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Irisdefekte und Kontaktlinsen

Ob wir blaue, grüne oder braune Augen haben, bestimmt die Iris unseres Auges, die sogenannte Regenbogenhaut. Sie befindet sich zwischen Hornhaut und Augenlinse im vorderen Teil unseres Auges.

Die Öffnung in der Mitte der Iris, unsere Pupille ist die Eintrittspforte für die Lichtstrahlen, die unserem Auge das Sehen ermöglichen. Sie ist in der Lage durch Veränderung der Größe die Menge des Lichts, dass in unser Auge gelangt, zu begrenzen. Das heißt: Muskeln in der Iris unseres Auges verkleinern die Pupille wenn es sehr hell ist, um zu verhindern, dass wir geblendet sind. Oder sie vergrößern unsere Pupille bei Dunkelheit, um mehr Licht ins Auge einfallen zu lassen, damit wir mehr oder besser sehen.

Somit funktioniert die Iris unseres Auges wie die Blende einer Fotokamera und sorgt so dafür, dass wir gut und scharf sehen ohne dabei geblendet zu werden.

Dieses System funktioniert allerdings nur bei gesunder und vollständiger Iris. Bereits kleinste Defekte oder Veränderungen stören die Blendenfunktion unserer Iris und ein Blendschutz ist dann nicht mehr gewährleistet. Ursache dafür können Verletzungen, Unfälle oder aber auch angeborene oder krankheitsbedingte Defekte sein. Es kann sogar dazu kommen, dass überhaupt keine Iris mehr vorhanden ist. Das Auge erscheint dann vollständig schwarz, bei Licht leicht rötlich und wird extrem geblendet, da viel zu viel Licht auf die Netzhaut auftrifft. Das Auge reagiert mit starkem Tränenfluss und der Betroffene kann oft noch nicht einmal normale Tageshelligkeit ertragen.

Auch geringere Verletzungen und Defekte der Iris sind stark störend und können diese Symptome wenn auch in etwas abgeschwächter Form nach sich ziehen. Hinzu kommt eine starke psychische Belastung, da ein größerer Defekt der Iris auch kosmetisch stark auffällt. Unser Gegenüber schaut uns immer zuerst in die Augen. Sehen diese dann ungewöhnlich aus, führt das oft zu unangenehmen Situationen.

So ist es gerade bei größeren Irisdefekten meist notwendig eine sogenannte Iris-Kontaktlinse anzupassen, um die oben beschriebenen Beschwerden zu lindern. Eine solche Kontaktlinse ist mit einer künstlichen Iriszeichnung mit Pupillenöffnung versehen und bildet somit dann eine neue Blende für das Auge. Damit wird das Licht, das in unser Auge einfällt wieder begrenzt und die störende Blendung deutlich reduziert, allerdings kann diese „neue Pupille“ sich dann nicht mehr variabel auf unterschiedliche Helligkeiten einstellen, sondern bleibt immer gleich groß. Die kosmetisch und optisch beste Größe der Pupille wird bei der Anpassung festgelegt.

Es gibt unterschiedliche farbige Iriszeichnungen, sodass auch die kosmetische Situation deutlich verbessert wird und man die Farbe der Kontaktlinse der eigenen Augenfarbe angleichen kann. Es gibt sogar die Möglichkeit eine individuelle Iriszeichnung nach Farbmuster des anderen Auges in Handarbeit anfertigen zu lassen. Ein geringer Unterschied zum anderen Auge lässt sich aber selbst bei dieser Lösung nicht komplett ausschließen. Die Farbgebung unserer Iris ist sehr komplex zudem schaut man beim gesunden Auge durch die Hornhaut auf die dahinterliegende Iris quasi in die Tiefe, dieser Effekt lässt sich bei einer Iris-Kontaktlinse in der Farbzeichnung technisch nicht nachbilden, aber auf den ersten Blick fällt ein so geringer Unterschied der Umwelt gar nicht mehr auf.